Hydrogen Trains in Deutschland starten im Dezember mit dem Pendelverkehr

Hydrogen Trains in Deutschland starten im Dezember mit dem Pendelverkehr - BlauBahn
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Hydrogenbetriebene Züge setzen neue Maßstäbe im bayerischen Bahnsystem

Ein wegweisendes Pilotprojekt treibt die Transformation der regionalen Mobilität in Bayern voran: Die Deutsche Bahn und Siemens Mobility bereiten drei Mireo Plus H-Züge für klassische Personenverkehrsleistungen im Netz Südostbayernbahn vor. Auf der elektrifikationsfreien Strecke von Mühldorf nach Burghausen die Züge aktuell in intensiven Trainigs- und Sicherheitsroutinen, während die erstmalige Tarifumstellung im Dezember 2026 den Start des regulären Betriebs markiert. Dieses Vorhaben macht Bayern zum ersten Bundesland, das hybridisiertem Wasserstoffantrieb einen festen Platz im Tarifsystem einräumt.

Was macht dieses Vorhaben besonders?

  • Elektrifikationsfreier Abschnitt mit 32,3 Kilometern Länge – ideale Bühne für wasserstoffbetriebene Antriebstechnik.
  • Drei Mireo Plus H-Fahrzeuge im Fracht- bzw. Personenverkehrs-Setting, jeweils aufgebaut als Zug mit zwei Wagen, der bis zu neun Fahrräder sowie barrierefreien Zugang bietet.
  • Innovative ETCS-Technologie an Bord erhöht Sicherheit und Netzmanagement über die gesamte Strecke.

Der Plan sieht vor, dass diese Züge ab Dezember 2026 regulären Fahrbetrieb aufnehmen. Damit etabliert Bayern erstmals eine Linie, auf der Hybride Wasserstoff-/Brennstoffzellentechnologie die Emissionen signifikant senkt und die Abhängigkeit von Dieselmotoren reduziert.

Die Test- und Ausbildungsetappen laufen derzeit parallel zur Entwicklung der Infrastruktur.

Strecke, volle Power durch Wasserstoff

Die Wasserstoff-Trenn bedienen eine Strecke, die sonst ohne Elektrifizierung auskommt. Die Züge transformieren diese Hemmnis in eine Chance: Mit einer 1,7 Megawatt Leistung ziehen sie bis zu einer Spitzengeschwindigkeit von 140 km/h. Die Beschleunigung liegt bei bis zu 1,1 m/s², was eine großzügige Reise auch auf kurzen Abschnitten sicherstellt. Die Reichweite pro Tank läuft bei optimierten Fahrprofilen auf bis zu 1.200 Kilometer – ein bemerkenswerter Wert für eine Fahrzeuggattung im Regionalverkehr. Die Tankschnelle liegt bei rund 15 Minuten pro Betankung, was in der Praxis eine minimale Unterbrechung für Passagiere bedeutet.

Technologie-Stack: Mireo Plus H setzt Maßstäbe

Der Mireo Plus H kombiniert eine Wasserstoff-Brennstoffzellen-Einheit auf dem Dach mit Li-Ionen-Batterien im Fahrzeugboden. Damit gelingt nicht nur eine saubere Antriebslösung, sondern auch eine erhöhte Leistungsflexibilität bei unterschiedlichen Streckenprofilen. Die Züge verfügen über eine Spurweite und eine Barrierefreiheit, die den Zugang für alle Fahrgäste erleichtert. Ergänzend kommt die ETCS-Technologie für das europäische Zugsicherungssystem zum Einsatz – ein wichtiger Schritt für nahtlosen Grenz- und Linienwechsel im regionalen Netz.

Stromversorgung aus erneuerbaren Quellen: Mühldorf setzt auf grüne Energie

Die Betriebsenergie für die Wasserstoffinfrastruktur stammt aus einem neuen Dolumen-Standort in Mühldorf, betrieben von DB Energie. Ziel ist eine Energieversorgung, die zu 100 % aus erneuerbaren Quellen gespeist wird. Für weitere Informationen: 8,2 Millionen Euro von Bund und Freistaat, aufgeteilt in 4,4 Millionen Euro für die Fahrzeugfinanzierung und 3,8 Millionen Euro für die Betankungstechnik, zusätzlich unterstützt ein Anteil die Installation von Elektrolyseuren.

Warum Wasserstoff? Emissionsfreiheit auf nicht-elektrifizierten Strecken

Auf elektrifikationsfreien Abschnitten bieten Wasserstoff-Emissionenzüge eine volksnahe Lösung zur Reduzierung von, insbesondere in Regionen mit dichter Niederspannungs-Infrastruktur. Mit drei Zügen entsteht eine robuste Flottenbasis, die auch Barrierefreiheit und flexible Fahrgastabwicklung berücksichtigt. Durch die Einführung dieser Technologie wird Bayern zu einem Vorreiter in der grünen Mobilität im Regionalverkehr.

Tarifumstellung und operativer Start

Die Tarifänderung im Dezember 2026 markiert den Übergang vom Piloten- zum Regelbetrieb. Die Linie Mühldorf–Burghausen bleibt in der Tariftabellierung verknüpft, während die Frequenzen für die Wasserstoffzüge noch endgültig festgelegt werden. Die Planungen sehen vor, dass der erste planmäßige Fahrbetrieb nach erfolgreicher Stabilisierung der Systeme gestartet wird, begleitet von weiterführenden Tests in Diagnostic, Wartung und Fahrerpraxis.

Was bedeutet das für Passagiere?

Für Reisende bedeutet der Einsatz der Wasserstoffzüge auf der Mühldorf–Burghausen-Strecke mehr als nur eine grüne Symbolik. Es entsteht eine zuverlässige Alternative zu Dieselnetzen, mit stabileren Fahrplänen und besserer Luftqualität. Die barrierefreien Fahrzeuge gewährleisten eine inklusive Mobilität, während die Fahrgastinformationen in Echtzeit über moderne Kommunikationskanäle aufgebaut werden. Insgesamt stärkt dieses Projekt das Vertrauen in eine nachhaltige, zukunftsfähige Bahnvernetzung der Region.

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