ELP schließt Vertrag mit Stadler für 20 neue EuroDual-Lokomotiven

ELP schließt Vertrag mit Stadler für 20 neue EuroDual-Lokomotiven - BlauBahn
ELP schließt Vertrag mit Stadler für 20 neue EuroDual-Lokomotiven - BlauBahn

EURODUAL-Basis stärkt grenzüberschreitende Kapazitäten

In einer richtungsweisenden Entscheidung faltet European Locomotive Pool (ELP) seine Flottenkapazität weiter auf und lässt durch eine erneute Bestellung 20 EuroDual-Lokomotiven zu. Dieser Schritt folgt der Vertragsunterzeichnung am 10. August 2026 in Frauenfeld zwischen ELP und Stadler Valencia und hebt die Gesamtzahl der ELP-Fahrzeuge auf beeindruckende 144 Lokomotiven. Ziel ist es, die Kooperation in Mittel- und Südosteuropa zu erweitern und grenzüberschreitende Frachtverkehre effizienter zu gestalten.

Die Einheiten sollen neben Deutschland und Österreich auch in Kroatien, Serbien und Slowenien genutzt werden. Damit plant Stadler, das EuroDual-Portfolio als brückenbauende Brücke zwischen Mitteleuropa und dem Adriakorridor zu positionieren und regionale Logistiknetzwerke zu stärken.

Balkan- und Adriatik-Korridor als neue Nutzungsachse

Der große Hebel liegt in der bereits bestehenden Homologation und der nahtlosen Konnektivität der EuroDual-Plattform. Stadler hatte im April 2026 die Genehmigungen bekannt, damit die Lokomotiven auch in Slowenien, Kroatien und Serbien operativ einsetzbar sind. ELP berichtet, dass die Serbien-Homologation bereits 2023 erfolgt ist und die Prozesse in Kroatien und Slowenien seither abgeschlossen wurden. Dadurch eröffnen sich neue grenzüberschreitende Routen entlang der Adria und hinein in die Mitteleuropäischen Bahnnetze, wodurch Durchschnittsgeschwindigkeit und Transportvolumen deutlich steigen können.

Stadler bewertete diese Aufträge als strategische Vernetzung von OrtenUndergeschäften zwischen Mittel- und Südosteuropa. Die ELP-Strategie sieht eine Platzierung der Hybrid-Lokomotiven auf Schlüsselstrecken durch Adria-Region, Slowenien, Kroatien und Serbien vor, um Grenzüberschreitungen zu erleichtern und Unterbrechungen durch unvollständige Elektrifizierung zu minimieren.

EuroDual: Hybride Kraft mit maximaler Einsatzflexibilität

Die EuroDual-Lokomotiven kombinieren elektrische und dieselbasierte Antriebe in einem einzigen Fahrzeug. Mit bis zu 6,2 Megawatt elektrischem Zugkraftpotential arbeitet der Hybrid mit einer 2,8-Megawatt-Dieselstufe, was eine durchgehende Betriebsführung auch auf elektrifizierten und nicht-elektrifizierten Strecken ermöglicht. Die Lokomotive liefert eine maximale Zugkraft von 500 kN, was schwere Güterzüge besonders in bergigem oder unterbrochenem Netz stabil bewegt.

Im Praxisbetrieb bedeutet das, dass Lokomotiven gewechselt oder zusätzliche Traktionsmaßnahmen minimiert werden. Betreiber profitieren von geringerem Barriereaufwand und reduzierten Wartezeiten an Netzgrenzen – entscheidend, wenn planbare Transitzeiten eingehalten werden müssen.

Günstige Auswirkungen auf die südosteuropäischen Märkte

Der Einsatz der EuroDual-Plattform In der Balkanregion wird von einer teils fragmentierten Elektrifizierung geprägt. Stadler weist darauf hin, dass die Elektrifizierung in den Balkanländern typischerweise bei 40–50 % des Netzes liegt. In diesen Abschnitten ermöglicht das Hybridprinzip eine durchgängige Nutzung gleicher Lokomotiven, wodurch Betreiber Kapitalbindung reduzieren und Wertzuwachs durch flexiblere Betriebsmodelle erzielen.

Die Fähigkeit, elektrische Abschnitte mit der Katernte zu bedienen und bei Bedarf auf Diesel umzuschalten, senkt die Betriebskosten und erhöht die Einsatztermine. Für Transportrouten zwischen Adriaküste, Slowenien, Kroatien und Serbien ergeben sich neue Logistikpfade, die Durchsatzraten erhöhen und Wartezeiten an Grenzpunkten minimieren.

ELP-Filo-Strategie: Mehr Multiflexibilität, weniger Abhängigkeiten

Durch die Erweiterung um 20 EuroDual-Lokomotiven stärkt ELP seine Filo-Strategie in Richtung mehrzweckige Hybridtechnik. Anstatt zwei separate Flottenbereiche zu betreiben, ermöglicht die 6-Achs-Konfiguration der EuroDual-Plattform eine hochflexible Einsatzplanung über verschiedene Linien hinweg. Betreiber können schwere Güterzüge auf anspruchsvollen Abschnitten mit konstanter Leistung abwickeln und gleichzeitig leichte Züge auf gut elektrifizierten Strecken fahren. Die Folge ist eine verbesserte Kapazitätsauslastung und eine effizientere Routenplanung über mehrere Länder.

Mit diesem Schritt zielstrebig ELP darauf ab, die Grenzüberschreitungslogistik zu optimieren und die Abhängigkeit von mehreren, separaten Flotten zu veringern. Die Kombination aus Hybrid- und Hochleistungsantrieben schafft eine robuste Plattform, die sich an die jeweiligen Infrastrukturbedingungen in Deutschland, Österreich, Kroatien, Serbien und Slowenien anpasst.

Lieferungstermin und zukünftige Einsatzbereiche

Der Neue Auftrag sieht vor, dass die 20 EuroDual-Loks in die von ELP definierten Einsatzgebiete gelangen und dort die Markenverpflichtung Einsatzgebiete erfüllen. Konkrete Liefertermine oder ein verbindlicher Einsatzstart in einzelnen Ländern wurden bisher nicht veröffentlicht. Dennoch konkretisiert ELP, dass diese Lokomotiven bereits in den geplanten Netzen funktionsfähig sein sollen, sobald die Genehmigungen vorliegen und die Infrastruktur kompatibel ist. Dieser Anschluss an die Netzwerke wird außerdem die Grenzübergänge in Südeuropa stärken und neue Wegstrecken für den Frachtverkehr eröffnen.

Was bedeutet das konkret für Betreiber und Lieferketten?

Für Logistikdienstleister bedeutet der Zuwachs an Hybrid-Lokomotiven eine erhebliche Reduzierung von operativen Engpässen und eine bessere Lieferzuverlässigkeit. Die Fähigkeit, in Regionen mit gemischten Elektrifizierungsgraden zu arbeiten, erlaubt eine konsistente Planung der Frachtkapazitäten über Landesgrenzen hinweg. Langfristig könnte dies zu einer Verringerung der Transportraten und einer verbesserten Wirtschaftlichkeit der grenzüberschreitenden Logistik beitragen.

Ausblick

Der Einsatz der EuroDual-Plattform in Südosteuropa stellt eine wichtige Persistenz der Hybridtechnologie im europäischen Schienennetz dar. Mit dem Ausbau der Elektrifizierung und der Weiterentwicklung der Domäne von Stadler könnten weitere Kooperationsmodelle entstehen, die es ermöglichen, Engpässe zu entzerren und grenzüberschreitende Infrastrukturprojekte großzügiger abzuwickeln. Die 20 Neuloks sind damit kein isolierter Auftrag, sondern ein strategischer Baustein einer langfristigen Netzwerkstrategie für den europäischen Güterverkehr.

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