Warum Europas Bahnbetreiber weltweit für Aufsehen sorgen
Inmitten des rasant voranschreitenden digitalen Wandels in Europas Eisenbahnbranche kämpfen nationale Bahngesellschaften mit unterschiedlichen Strategien und Herausforderungen. Während einige Unternehmen an traditionellen Verkaufswegen festhalten, setzen andere auf eine vollständige Digitalisierung. Dieser Wettstreit beeinflusste nicht nur die Art und Weise, wie Passagiere ein Ticket erwerben, sondern auch die Sicherheits-, Zugangs- und Servicequalität auf den Schienen.
Die Rückkehr zu physischen Tickets: Spaniens und Portugals Ansatz
Spaniens Renfe und Portugals CP halten einen Triebfahrzeug-internen Ticketverkauf fest, um maximale Zugänglichkeit und Kundenzufriedenheit sicherzustellen. Für sie bleibt der persönliche Service an Bord ein wesentlicher Bestandteil der Kundenerfahrung, insbesondere in kleinen oder abgelegenen Gebieten ohne zuverlässige digitale Infrastruktur.
Die Sicherheitsfrage hinter Belgiens radikaler Entscheidung
Im Gegensatz dazu entscheidet Belgien, die Ticketverkaufsstellen in Zug bis 2026 vollständig abzuschaffen. Der Grund: die Zunahme von Gewalt gegen Zugpersonal. Im Jahr 2025 verzeichnete die belgische Bahngesellschaft SNCB 2.602 Fälle von Gewalt – ein Durchschnitt von über sieben Vorfällen pro Tag. Angesichts dieses Anstiegs verzichten die Belgier auf den Komfort persönlicher Verkaufsstellen, um die Sicherheit ihrer Mitarbeiter zu erhöhen.
Wie Renfe die Ticketpolitik strategisch nutzt
Obwohl Renfe auf ihrer Website angibt, Triebfahrzeugverkauf nur in Ausnahmefällen anzubieten, setzt sie auf eine breite Palette flexibler Lösungen. Besonders in kleineren Gemeinden und bei Last-Minute-Buchungen bleibt der Verkauf an Bord eine unverzichtbare Option. Diese Strategie garantiert, dass Reisende auch ohne digitale Mittel ihre Tickets erwerben können.
Technologie und Effizienz bei Renfe
Renfe statte ihre Kondüktoren mit tragbaren Ticketautomaten aus, die im Jahr 2025 über 1,8 Millionen Tickets verkaufen. Diese Käufe erfolgen zu 51 % per Bankkarte und zu 49 % bar. Dabei dominieren regionale Verkehre (Media Distancia) mit 73 %, gefolgt von S-Bahnen (Cercanías) (20 %) und Fernzügen (Larga Distancia) (7 %). Interessant ist, dass Renfe selbst Hochgeschwindigkeitszüge auch bei voller Auslastung ohne vorab reservierte Plätze verkauft wird, wobei der Zugang für Passagiere stets gewährleistet bleibt.
Portugals strategischer Schritt: Dirigenten versus digital
In Portugal setzt die Bahngesellschaft CP eine gezeltete Einschränkung im Ticketservice. Schalter Nur wenn keine Ticketautomaten oder vorhanden sind, dürfen Passagiere beim Zugpersonal kaufen. Diese Vorgabe hängt stark von den örtlichen infrastrukturellen Gegebenheiten ab.
Zurzeit ist der Kauf nur in bar möglich, doch es laufen Tests mit Kreditkartenzahlungen. Das im Oktober 2024 eingeführte 20-Euro-Ticket soll insbesondere regionale Fahrten in abgelegenen Gebieten erleichtern – allerdings erhöht dies auch die Arbeitsbelastung für die Kondüktoren.
Die Zukunft des Ticketverkaufs im europäischen Bahnverkehr
Während die Trendwende in Richtung vollständiger Digitalisierung zunehmend voranschreitet, bewahren einige Bahngesellschaften traditionelle Ticketmethoden, um Zugänglichkeit und Sicherheit zu optimieren. Wenn Sie möchten, können Sie das Beste aus dem Markt herausholen. Renfe und CP setzen weiterhin auf eine hybride Strategie, die digitalisierte Prozesse mit persönlichen Serviceangeboten verbindet, um möglichst viele Fahrgäste zu erreichen.
