Prüfung zur künstlichen Intelligenz von Automotive Giants

Prüfung zur künstlichen Intelligenz von Automotive Giants - BlauBahn
Prüfung zur künstlichen Intelligenz von Automotive Giants - BlauBahn

Fällt Deutschland wirtschaftlich weiter zurück? Wird sich Europas größte Volkswirtschaft in naher Zukunft in ein „Industriemuseum“ verwandeln?Diese Bedenken werden seit Jahren geäußert. Um den schlechten Trend zu stoppen, sind radikale Modernisierungsschritte nötig, und dabei steht die künstliche Intelligenz im Mittelpunkt.

Die Produktivität in Deutschland stagniert seit 15 Jahren nahezu. Der Anteil der Automobil- und Maschinenexporte nimmt ab, während die Energiekosten des Landes zu den höchsten unter den G7-Ländern gehören.

All dies führt zu einer toxischen Situation, die die Wettbewerbsfähigkeit allmählich untergräbt.

Politik und Wirtschaft gehen davon aus, dass nur noch ein kurzes Zeitfenster besteht, um diesen Abwärtstrend umzukehren. Wenn künstliche Intelligenz in Fabriken und Lieferketten integriert wird, könnte Deutschland eine Chance haben, mit zwei Weltmächten wie den USA und China zu konkurrieren.

Nachhaltige Systeme der künstlichen Intelligenz

Bei der Eröffnungszeremonie von Jupiter, Europas erstem superschnellen Computer namens „Exascale“, im September betonte Bundeskanzler Friedrich Merz, dass sich die USA und China in der durch künstliche Intelligenz unterstützten Weltwirtschaft in einem Kopf-an-Kopf-Rennen befänden. „Wir haben die Chance, aufzuholen und als Deutschland und Europa mitzuhalten“, sagte Merz bei der Zeremonie in Jülich.

Die USA und China haben große Fortschritte mit Modellen der künstlichen Intelligenz wie ChatGPT und DeepSeek, fortschrittlichen Chips und intensiven Stresstests in Rechenzentren gemacht.

Europas Exascale-Supercomputer JupiterFoto: Rolf Vennenbernd/dpa/picture Alliance

Erste Tests zeigen, dass die Systeme kritische Arbeitslasten ohne Unterbrechungen bewegen können.

Pilotprojekte ohne Ende

Deutschlands Industrieriesen stehen schon lange wegen ihrer „unvollendeten Pilotprojekte“ in der Kritik. Auf dem Gebiet der künstlichen Intelligenz wird experimentiert, die Unsicherheit beim Übergang zu großtechnischen Anwendungen bleibt jedoch bestehen.

Bosch startete Ende 2023 generative KI-Pilotprojekte zur Optimierung der Produktionsplanung und -steuerung. Volkswagen testete mit Siemens digitale Zwillingsfabriken; Durchführung von Leistungssimulations- und Verbesserungsstudien an virtuellen Modellen von Produktionslinien.

Obwohl diese Projekte als innovativ galten, blieben sie aus rechtlichen und sicherheitstechnischen Gründen lange Zeit in der Versuchsphase.

Im Gespräch mit der DW sagt der Experte für künstliche Intelligenz und Autor Thomas Ramge: „Vielen Unternehmen fehlt noch eine klare Strategie und die Kompetenz, die Transformation zu bewältigen. Daher sind Pilotanwendungen nicht in den Hauptbetrieb übertragbar.“

Das deutsche Wirtschaftsministerium prognostiziert, dass künstliche Intelligenz ab 2026 jährlich mindestens einen Prozentpunkt zum realen Wachstum des Landes beitragen könnte.

Nicht genug Experten, nicht genug Chips

Deutsche Unternehmen sind im globalen Wettlauf um Experten und Chips ins Hintertreffen geraten. Einer der Hauptgründe dafür ist die Zurückhaltung Deutschlands aufgrund hoher Gründungskosten und seiner traditionellen „Risikoaversionskultur“. Hinzu kommen die Unsicherheiten hinsichtlich der Regelungen der Europäischen Union zur künstlichen Intelligenz.

Kritiker argumentieren, dass die Regulierung zu komplex sei, einige Definitionen unklar seien und die Compliance-Regeln für riskante Praktiken zu streng seien. Die Europäische Kommission hat vorgeschlagen, die vollständige Umsetzung der Verordnung auf August 2027 zu verschieben.

Trotz all dieser Hürden scheint es, dass der Einsatz künstlicher Intelligenz in Deutschland rasant zunimmt. Laut der im Mai veröffentlichten Studie des Münchner Instituts für Wirtschaftsforschung (ifo) nutzen 41 Prozent der Unternehmen künstliche Intelligenz in ihren Prozessen; Diese Quote entspricht einer Steigerung von 27 Punkten im Vergleich zum Vorjahr. Jedes fünfte Unternehmen plant, bald künstliche Intelligenz einzusetzen. In großen Industrieunternehmen ist diese Quote sogar noch höher; Mehr als die Hälfte nutzt Technologie aktiv.

Das Dresdner Startup Wandelbots entwickelt Software, mit der Unternehmen Industrieroboter programmieren können. Foto: Sylvio Dittrich/imageBROKER/picture Alliance

Die gleiche Untersuchung offenbart jedoch auch anhaltende Vorbehalte. Künstliche Intelligenz hinkt in kleinen Unternehmen und Branchen wie Einzelhandel, Gastgewerbe und Baugewerbe noch hinterher; Tatsächlich steht es mancherorts gar nicht auf der Tagesordnung.

Alexandre Mendonca von der Brüsseler Denkfabrik Bruegel macht auf den Expertenmangel aufmerksam, der durch den weltweiten Boom der künstlichen Intelligenz ausgelöst wird:

„Deutsche Unternehmen haben große Schwierigkeiten, Experten für diese Technologie zu finden. Es reicht nicht aus, künstliche Intelligenz in das System zu integrieren, sondern die Fähigkeit, sie zu nutzen, ist entscheidend.“

Deutschlands neue Errungenschaften im Bereich der künstlichen Intelligenz

Deutschland mag hinsichtlich des groß angelegten Einsatzes künstlicher Intelligenz in der Industrie vorsichtig sein, aber einer der Giganten des Landes spielt eine entscheidende Rolle bei der Gestaltung der globalen Infrastruktur hinter dieser Technologie. Siemens gehört neben Legrand (Frankreich), Schneider Electric und ABB (Schweiz) zu den „großen vier Rechenzentrumsunternehmen“ Europas.

Diese vier Unternehmen produzieren die Automatisierungs-, Energieinfrastruktur- und Kühltechnologien, die den unterbrechungsfreien Betrieb riesiger Anlagen der künstlichen Intelligenz ermöglichen. Nur diese Unternehmen können in der Größenordnung des Silicon Valley in Europa konkurrieren.

Auch die deutsche Automobilindustrie investiert umfangreich in künstliche Intelligenz. Laut einer Ifo-Studie nutzen mehr als 70 Prozent der Automobilhersteller und Zulieferer diese Technologie in der Produktion. Ramge gibt jedoch an, dass die Anwendungen zwar notwendig seien, aber möglicherweise nicht ausreichten, um alle Probleme der Automobilindustrie zu lösen.

Auch außerhalb der Industrie hat Deutschland gravierende Schritte unternommen. Der deutsche Softwareriese SAP hat mit einem Utility-Tool namens „Joule“ generative künstliche Intelligenz in das globale Software-Ökosystem integriert. Die Allianz nutzt weltweit Technologie zur Risikomodellierung und Betrugserkennung.

Problem der qualifizierten Arbeitskräfte

Obwohl Deutschland beim Einsatz künstlicher Intelligenz vielen EU-Ländern voraus ist, sagt Mendonca von der Denkfabrik Bruegel, dass der Fortschritt des Landes immer noch durch einen Mangel an Experten und den Bedarf an Ausbildung, die für die sich schnell entwickelnde Technologie geeignet ist, gebremst wird:

„Deutschlands Technologie- und Wissenschaftsbranche ist in der Künstlichen Intelligenz vorne. Gleichzeitig besteht ein gravierender Mangel an Experten auf diesen Gebieten. Diese Experten sind nicht verfügbar, daher ist es notwendig, heute zu planen.“

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