Der chinesische Eisenbahngigant CRRC wurde von der Europäischen Kommission im Zusammenhang mit der neuen Stadtbahnausschreibung in Lissabon einer Untersuchung unterzogen, um festzustellen, ob die staatliche Unterstützung, die das Unternehmen von der chinesischen Regierung erhalten hat, die Fairness des Wettbewerbs beeinträchtigt hat. Diese Untersuchung wurde im Rahmen der EU-Verordnung über ausländische Subventionen (FSR) eingeleitet, die 2023 in Kraft tritt.
CRRC steht wegen ausländischer Subventionen auf dem Prüfstand der EU
Die Untersuchung begann, nachdem eine Gruppe von Unternehmen, darunter Mota-Engil und CRRC Tangshan Rolling Stock Unipessoal, die EU-Behörden über ein mögliches finanzielles Interesse informiert hatte. Die Kommission stellte klar, dass Europa für internationale Investitionen offen ist, dass aber alle Unternehmen die gleichen Chancen haben müssen. Die Forscher werden daher prüfen, ob die staatliche chinesische Unterstützung die Chancen von CRRC beeinträchtigt hat, seine europäischen Konkurrenten mit einem niedrigen Preis zu überbieten und damit die Chancengleichheit bei Ausschreibungen zu verzerren.
CRRC-Untersuchung deckt EU-Wettbewerbsgarantien auf
Stéphane Séjourné, Vizepräsident für Soziales und Industriestrategie, betonte die Bedeutung der Situation: “Europa ist zwar offen und bereit für internationale Partnerschaften, aber es ist entscheidend, dass diese Zusammenarbeit transparent ist und alle nach den gleichen Regeln spielen.”
Sollten Unregelmäßigkeiten aufgedeckt werden, kann die Kommission die notwendigen Maßnahmen ergreifen und sogar den Vertrag von Lissabon blockieren. Dieses Projekt, das auf den Ausbau des Lissabonner U-Bahn-Systems und die Erhöhung der Mobilität in der Hauptstadt abzielt, wurde im April 2025 in Angriff genommen und umfasst Planung, Umsetzung und Instandhaltung in einem einzigen Vertrag. Dieser Fall zeigt, wie sehr sich die EU für Marktfairness einsetzt und die Einmischung von außen in die öffentliche Auftragsvergabe durch Vorschriften wie den FSR verhindert.
