Airbus und Frankenburgs Drohnen-Jäger

Bird of Prey setzt neue Maßstäbe in der Verteidigung gegen kostengünstige Drohneneingriffe

In der Zukunft zeigt Demonstration Airbus Defence und Space gemeinsam mit dem Startup Frankenburg Technologies eine vorbeugende Drohne mit Jet-Motor, die gegen Kamikaze-IUAs und andere einwegartige Drohnenangriffe einschlägt. Die Versuchsachse fand auf einem norddeutschen Militärübungsgelände statt und wurde darauf abgehalten, eine der größten Sicherheitslücken moderner Konflikte zu schließen: kosteneffiziente Verteidigung in asymmetrischen Kriegen. Die Meldung markiert den Beginn einer neuen Ära, in der seriell hergestellte, geringe Kosten pro Abschuss nicht mehr bloße Option, sondern Standard werden können.

Die zentrale Technik: Bird of Prey und Mark I

Im Zentrum des Systems steht der Do-DT25-Nachrichtenjet, der in die Bird of Prey integriert ist. Die Lösung erkennt feindliche Drohnen autonom, klassifiziert sie und setzt daraufhin eine hocheffiziente Luftabwehr in Gang. Die Frankenburg Mark I wirkt als primäre Lenkwaffe, die mit einem unbemannten Waffenkörper ausgestattet ist. Mit 65 cm Länge und unter 2 kg Gewicht erreicht sie eine Reichweite von 1,5 km und bewegt sich in hohen subsonischen Geschwindigkeiten, wodurch der Feind kaum Raum für Gegenmaßnahmen erhält. Das Prinzip „Schießen und Vergessen“ sorgt dafür, dass der Abschuss zuverlässig erfolgt, während das System kontinuierlich weitergeht und sich an neue Bedrohungen anpasst.

Wirtschaftliche Dynamik: Kosten senken, Wirkung steigern

Die jüngsten Konflikte in der Ukraine und im Nahen Osten haben gezeigt, dass herkömmliche Abwehrsysteme mit Milliardenausgaben pro Flugkörper nicht praktikabel sind, wenn Gegner auf niedrige Kosten pro Drohne setzen. Mike Schoellhorn, CEO von Airbus Defence and Space, betont, dass die Abwehrkette gegen Kamikazedrohnen eine dringliche taktische Priorität sei. Die neue Lösung verspricht eine deutliche Senkung der „Cost per Kill“ durch seriell hergestellte Komponenten und kostengünstige Raketen, wodurch sich der strategische Wert der Verteidigung massiv erhöht. Diese Entwicklung macht etwaige Drohnenschwärme schwer zu besiegen und schafft gleichzeitig den Raum für neue Versorgungsketten und Rückführung in die Industrie mit reduzierten Preisen.

Führung, Integration und Zukunftsperspektiven

Die Systeme von Airbus und Frankenburg wurden so konzipiert, dass sie sich nahtlos in die NATO-Hochsicherheitsarchitektur integrieren lassen. Die Planung sieht für 2026 eine erweiterte Testphase mit echten Explosionsköpfen vor, um die Wirksamkeit in realistischen Szenarien weiter zu validieren. Kusti Salm, CEO von Frankenburg, betont, dass es sich hierbei nicht lediglich um eine technologische Demonstration handelt, sondern um den Anfang einer neuen Kostenkurve in der modernen Luftverteidigung. Die erwartete Serienproduktion und das Potenzial für globale Märkte heben das System in eine neue Liga der Verteidigungsinvestitionen.

Schlüsselaspekte für Entscheider

  • Kosteneffizienz: Die Lösung senkt die Kosten pro Abschuss deutlich durch Single-Shot-optimierte Raketen und hochgradig standardisierte Bauteile.
  • Autonomie: Vollständig autonomer Such- und Erkennungsvorgang minimiert menschliches Risiko und Reaktionszeiten.
  • Skalierbarkeit: Von vier auf acht Raketen pro Bird of Prey in der Top-Version, um mehrere Drohnenschwärme abzuschießen.
  • NATO-Kompatibilität: Offene Architekturen ermöglichen eine nahtlose Integration in bestehende Verteidigungsnetze.
  • Marktrelevanz: Erwartete weltweite Nachfrage in Verteidigungsbudgets, die auf Sicherheit gegen kostengünstige Drohnen abzielen.

Technische Tiefe: Funktionsweise und Vorteile

Bird of Prey nutzt eine dreistufige Abwehrlogik: Erkennung, Zielklassifizierung und neutralisierende Abgabe. Die Do-DT25-Plattform erfolgt als sensorgestützte Suchdrohne, die in Echtzeit Bildverarbeitung und maschinelles Lernen anwendet, um zwischen freundlichen und feindlichen Drohnen zu unterscheiden. Die Mark I liefert eine einfache, kompakte und straßenfreundliche Abschusslösung, die in einer reduzierten Flugkörpergröße dennoch eine effektive Zerstörung des Zieles sicherstellt. Die Kombination sorgt dafür, dass eine Bedrohung rechtzeitig erkannt, verifiziert und zuverlässig neutralisiert wird, während die Systeme Wissen aus Einsätzen sammeln und sich weiter verbessern.

Praxisnahe Einsatzszenarien

In städtischen und ländlichen Einsatzgebieten zeigt sich die Stärke des Systems vor allem in der Fähigkeit, kaskadierende Drohnentektifen zu zerschlagen. Drohnenschwärme, die Kamikaze-Module verwenden, können so fusioniert werden, dass der Feind kaum eine Lücke findet. Die leichte Mark I ermöglicht es, viele Punkte gleichzeitig zu reagieren, wodurch sich die Ausfallrate von gegnerischen Drohnen deutlich erhöht. Gleichzeitig bleibt die Lösung Mobilität und Flexibilität, damit verschiedene Missionstypen, von Grenzüberwachung bis zu hochriskanten Operationsszenarien, abgedeckt werden.

Ausblick: Was bedeutet das für die Sicherheitslandschaft?

Die Einführung von kostengünstigen, massenproduzierten Abwehrsystemen gegen Drohnangriffe verschiebt die wirtschaftliche Gleichung der Verteidigung. Staaten können nun in Wiederholungs- und Skalierungseffekte investieren, anstatt bei jeder Drohne eine teure Abwehrlösung zu aktivieren. Damit entsteht eine neue Strategie des Abschreckend-Kostenminimierens, die das Risiko für Angreifer erhöht, während Verteidiger eine robustere Front gegen niedrigpreisige Drohnentektifen erhalten. Die kommenden Testphasen 2026 werden entscheidend dafür sein, wie schnell dieser Ansatz in normative NATO-Standards aufgenommen wird und welche Industriepartnerschaften sich daraus ergeben.

RayHaber 🇩🇪

İlk yorum yapan olun

Bir yanıt bırakın