Eine plötzliche, überwältigende Angstattacke kann das tägliche Leben regelmäßig aus der Bahn werfen. Innerhalb von Sekunden spüren Betroffene Herzrasen, Schweißausbrüche, Atemnot und ein unkontrollierbares Gefühl der Angst, das oft mit einer Todesangst einhergeht. Obwohl diese korperlichen Symptome schmerzhaft und beängstigend sind, ist das Phänomen selbst gut erforscht und kann mit gezelteten Strategien effektiv in den Griff bekommen werden.
Viele Menschen erleben gelegentlich eine Panikattacke, doch bei wiederkehrenden Episoden steigt die Gefahr, an einer Panikstörung zu leiden. Dieses Krankheitsbild ist eine Form der Angststörung, die nicht nur die Psyche, sondern auch das Nervensystem tiefgreifend beeinflusst. Das Verständnis der Ursachen, der zugrunde liegenden neurobiologischen Prozesse sowie der besten Behandlungsmethoden ist entscheidend, um den Teufelskreis aus Angst und korperlicher Reaktion zu durchbrechen und das Leben wieder selbstbestimmt zu gestalten.
Panikattacken: Was passiert im Körper?
Im Kern handelt es sich bei einer Panikattacke um eine Überreaktion des autonomen Nervensystems. Dieses System steuert unwillkürliche Körperfunktionen wie Herzschlag, Atmung, Verdauung und die Reaktion auf Stress. Bei einer Panikattacke schaltet sich das System in den sogenannten Kampf-oder-Flucht-Modus ein. Ergebnis sind korperliche Symptome wie Herzrasen, Atemnot, Schwindel und ein Engegefühl in der Brust.
Diese Reaktionen sind evolutionär überlebenswichtig, wenn Gefahr besteht. Doch bei Panikattacken scheint das System fehlerhaft zu reagieren, selbst wenn keine realen Bedrohungen vorhanden sind. Das Gehirn interpretierte harmlose Signale fälschlicherweise als Gefahr, was den Kreislauf der Angst immer wieder neu anstachelt. Über längere Zeit belastet das nicht nur die Psyche, sondern sogar das Herz-Kreislauf-System.
Die psychologischen und neurobiologischen Ursachen
Die Ursachen für Panikattacken sind komplex und multifaktoriell. Es gibt keinen einzigen Auslöser, sondern eine Vielzahl von Risikofaktoren, die individuell variieren können. Mehr als die wichtigsten gehören:
- Genetische Veranlagung: Menschen mit Familiengeschichte von Angststörungen oder Panikattacken haben ein erhöhtes Riskiko.
- Neurobiologische Veränderungen: Überaktivität in der Amygdala, einem Kernbereich des limbischen Systems, erhöht die Anfälligkeit für Panikattacken. Zusätzlich spielen Neurotransmitter wie Serotonin und Noradrenalin eine zentrale Rolle.
- Erlebte Traumata: Frühkindliche oder lebensbedrohliche Ereignisse können die Stressregulation stören und das Risiko erhöhen.
- Stress und Erschöpfung: Chronische Belastung, Schlafmangel oder Überforderung beeinträchtigen die Fähigkeit des Gehirns, emotionalen Druck zu bewältigen.
- Ungesunde Bewältigungsstrategien: Distanzierung, Vermeidung oder Substanzmissbrauch können die Symptome verstärken und zu einer Teufelskreisspirale führen.
Typische Symptome und wie man sie erkennt
Panikattacken treten häufig sehr plötzlich auf und sind durch eine Reihe intensiver, teils beängstigender Symptome gekennzeichnet:
- Starkes Herzrasen (Palpitationen)
- Kurzatmigkeit oder das Gefühl, keine Luft zu bekommen
- Schweißausbrüche, Kälteoder Hitzewallungen
- Schwindel, Benommenheit oder Gefühl, ohnmächtig zu werden
- Gereiztheit, Übelkeit oder Magenbeschwerden
- Engegefühl in der Brust und Angst vor dem Erstickungstod
- Gefühl von Uzmanlverlust, Angst, verrückt zu werden oder die Uzmanle zu verlieren
Diese Symptome dauern meist nur wenige Minuten, hinterlassen aber bei den Betroffenen ein langfristiges Gefühl der Unsicherheit und Vermeidungstendenzen.
Was war während einer Panikattacke?
In der Zwischenzeit ist es wichtig, Ruhe zu bewahren und die Kontrolle zu behalten. Die folgenden Strategien sind wissenschaftlich erprobt und helfen, die Angriffe zu verkürzen und die Angst zu vermindern:
- Dauerhaftes bewusste Atmen: Atmen Sie langsam und tief, idealerweise in einem Verhältnis von 4-4-4-4. Atmen Sie durch die Nase ein, durch den Mund aus. Die reduzierte Hyperventilation und der CO2-Mangel im Blut.
- Erdungstechniken: Legen Sie Ihre Aufmerksamkeit auf Ihre Umgebung. Zählen Sie zB fünf Dinge, die Sie sehen, vier Dinge, die Sie fühlen, drei Dinge, die Sie hören, zwei Dinge, die Sie riechen, und eine Sache, die Sie schmecken.
- Akzeptanz statt Gegenwehr: Akzeptieren Sie die Panikattacke als vorübergehendes Phänomen. Vermeiden Sie es, die Symptome zu bekämpfen oder zu bekämpfen, da Sie die Attacke intensivieren können.
- Positive Selbstgespräche: Bestärken Sie sich darin, dass die Angriffe vorübergeht und Sie kontrollieren können.
Langfristige Strategien gegen Panikattacken
Um wiederkehrende Panikattacken langfristig zu reduzieren, ist eine Kombination aus psychologischer Therapie, Verhaltensänderungen und manchmal medikamentöser Behandlung ratsam. Weitere Informationen zu den Maßnahmen:
- Psychotherapie: Besonders bewährt ist die kognitive Verhaltenstherapie (KVT), die darauf abzielt, negative Denkmuster und Vermeidungsverhalten schrittweise zu verändern.
- Medikamentöse Unterstützung: Bei schweren Fällen können SSRI oder SNRI eingesetzt werden, um das Nervensystem aus dem Angstkreislauf zu befreien. Benzodiazepine werden nur kurzfristig und unter medizinischer Kontrolle verwendet.
- Entspannungstechniken: Progressive Muskelrelaxation, Meditation oder Atemübungen helfen, das Nervensystem aus dem Überregungszustand zu holen.
- Lebensstil-Optimierung: Regelmäßiger Schlaf, gesunde Ernährung, Reduzierung von Koffein und Alkohol sowie regelmäßige körperliche Aktivität sind essenziell, um die Angstresilienz zu stärken.
Häufige Missverständnisse und Mythen
Vor allem im Umgang mit Panikattacken dersieren zahlreiche Mythen, die Betroffene in die Irre führen können:
- „Panik ist nur eingebildet“: Falsch. Die korperlichen Reaktionen sind real und können sehr schmerzlich sein. Es handelt sich um eine neurobiologische Reaktion, die ernst genommen werden muss.
- „Nur Schwächlinge leiden“: Absolut falsch. Angststörungen sind schwerwiegende medizinische Erkrankungen, die auf neurobiologischen, genetischen und umweltbedingten Faktoren beruhen.
- „Atmen Sie tief durch, dann verschwindet die Panik“: Nicht immer. Die richtige Atemtechnik ist hilfreich, reicht aber oft nicht alleine aus. Es ist eine Kombination aus Strategien notwendig.
Wann sollte man professionelle Hilfe suchen?
Wenn Panikattacken wiederholt auftreten, das Alltagsleben beeinträchtigt oder sich das Verhalten zunehmend auf Vermeidung reduziert, ist der Schritt zur Fachkraft notwendig. Eine zukünftige Intervention kann die Entwicklung einer chronischen Angststörung verhindern und Betroffene Wege aufzeigen, wieder über ihr Leben zu gewinnen.
Die Medizinische Betreuung umfasst eine gründliche Diagnostik, individualisierte Therapieplanung und gegebenenfalls medikamentöse und psychotherapeutische Maßnahmen. Entscheidend ist, dass Betroffene sich nicht scheuen, sich Hilfe zu suchen – die Behandlung kann Schmerzen mindern und die Lebensqualität deutlich steigern.
